Die Predigt, die keiner hören wollte

by | Okt. 12, 2025 | Blog, Wöchentliche Andacht

Da wurden alle in der Synagoge voll Zorn, als sie dies hörten. Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen. Er aber ging mitten durch sie hindurch und zog weiter. (Lukas 4,28-30)

Im Laufe der Jahre habe ich Hunderte von Predigten an vielen verschiedenen Orten und in vielen verschiedenen Situationen gehalten. Nach meinen Predigten gab es unterschiedliche Reaktionen. Manchmal waren die Menschen dankbar, manchmal desinteressiert und gelegentlich auch enttäuscht.

Die Predigt, die keiner hören wollte

In all den Jahren, hat noch nie eine Gemeinde versucht, mich nach der Predigt umzubringen, aber genau das ist Jesus passiert, als Er in seiner Heimatstadt Nazareth predigte.

In Lukas 4 wird berichtet, dass Jesus, als Er in die Synagoge von Nazareth kam, aus Jesaja 61,1-2 vorlas. Jesus benutzte diese wunderschöne Bibelstelle, um seine Mission zu erklären. Jesus kam, um den Armen die frohe Botschaft zu verkünden, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, den Gefangenen die Befreiung zu verkünden, und den Gebundenen den Kerker zu öffnen. Jesus war die Erfüllung von Jesaja 61,1-2, und das sagte er auch.

Man könnte meinen, dass dies die Menschen in Jesu Heimatstadt glücklich und stolz machen würde. Seltsamerweise wurden sie jedoch zornig und verlangten von Jesus, dass er einige der spektakulären Wunder vollbringe, die er an anderen Orten vollbracht hatte. Jesus erinnerte sie daran, dass es Gott freistehe, selbst zu entscheiden, wie, wo und bei wem er seine Wunder vollbringen wolle.

Da wurden alle in der Synagoge voll Zorn, als sie dies hörten. Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus, das war die Reaktion der Menschen in Nazareth. Das war eine heftige Reaktion auf eine Predigt. Sie waren voller Zorn, weil ihnen gesagt wurde, dass etwas mit ihnen nicht stimmte, dass sie das von ihnen erbetene Wunder nicht erhielten und dass Jesus sie daran erinnerte, dass Gott auch den Heiden seine Liebe erweisen konnte.

Sie warfen ihn nicht nur aus der Stadt, sondern sie führten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen. Jemanden von einer kleinen Klippe zu stoßen, war oft der erste Schritt bei einer Steinigung. Sobald das Opfer in die Tiefe gestürzt war, wurde es so lange mit Steinen beworfen, bis es starb.

Wie ist Jesus da rausgekommen? Jesus zog einfach weiter und ging mitten durch sie hindurch. Sie wollten ein Wunder, und Jesus vollbrachte direkt vor ihren Augen ein Wunder, indem Er auf unerklärliche Weise entkam. In dieser Situation hätte Jesus sich von der Klippe stürzen und von Engeln gerettet werden können – wie Satan es in der dritten Versuchung vorgeschlagen hatte (Lukas 4,9-13). Stattdessen entschied Jesus sich für ein normaleres Wunder, wenn es so etwas überhaupt gibt.

In all dem sehen wir, dass es Jesus nicht in erster Linie darum ging, seinem Publikum zu gefallen, und dass Er seinen Erfolg nicht daran maß, wie sehr sie Ihm zustimmten. Lukas gibt hier den Ton für die gesamte Geschichte des Lebens Jesu vor. Jesus kam, war ohne Sünde, verkündete die Wahrheit und wollte für alle nur das Beste – und sie wollten ihn töten.

Lehne Jesus nicht ab, nur weil Er dir Dinge sagt, die du lieber nicht hören möchtest.

Klick hier, um Davids Kommentar zu Lukas 4 zu lesen

Abonniere die Wöchentliche Andacht

Subscription - German Devotional

Share This