Auf den Helfer warten

by | Juni 14, 2026 | Blog, Wöchentliche Andacht

Doch glaubt mir: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht von euch wegginge, käme der Helfer nicht zu euch; wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. (Johannes 16,7)

Hast du das Gefühl, dass du immer kämpfen musst und dir nichts einfach so zufällt? Kürzlich habe ich etwas Seltsames über ein Flugzeug gelesen, das von einem Flughafen in Rom abfliegen sollte. Streikende Flughafenmitarbeiter hatten sich geweigert, einen Jet der British Airways vom Terminal wegzuschleppen, sodass er nicht starten konnte. Also stiegen fünfzehn Passagiere aus und schoben das Flugzeug so weit zurück, dass es die Triebwerke starten und abheben konnte. Der Flug nach London hatte dadurch am Ende nur eine Stunde Verspätung.

Ich kann mir eine solche Reise mit dem Flugzeug, ‒ bei der man etwas anschieben muss, das eigentlich dazu gedacht ist, einen zu befördern, ‒ gar nicht vorstellen. Doch viele Nachfolger Jesu haben das Gefühl, ihr christliches Leben „anschieben“ zu müssen, obwohl es eigentlich Gottes Plan war, dass wir in der Kraft des Heiligen Geistes „fliegen“. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie die Passagiere einen riesigen Jet schieben, wobei sie sich die ganze Zeit schwitzen und stöhnen – und sich fragen, warum sie sich nicht entspannen können, während sie vom Jet getragen werden, anstatt ihn zu schieben. Gott möchte, dass wir eine echte, freudige Beziehung zu seinem Geist haben, eine Beziehung in der wir uns von ihm tragen lassen, anstatt das Gefühl zu haben, wir müssten ihn „anschieben”.

Ein wesentlicher Teil davon besteht darin, zu lernen, auf den Herrn zu warten. Viele Menschen betrachten das „Warten auf den Herrn“ als etwas Passives. Sie stellen es sich so vor, als säße man im Wartezimmer eines Arztes, bis dieser bereit ist, den Patienten zu empfangen. Wir stellen uns vor, dass unser Name aufgerufen wird, sobald Gott Zeit für uns hat! So sollte man das Warten auf den Herrn nicht verstehen. 

Stell dir statt einer Arztpraxis ein Restaurant vor. Auf den Herrn zu warten, gleicht eher dem, was ein Kellner für der sich in einem Restaurant um einen Gast kümmert. Der Kellner steht geduldig bereit und achtet darauf, ob er dem Gast, den er bedient, irgendetwas bringen oder ihm einen Wunsch erfüllen kann In diesem Vergleich verbringt der Gläubige Zeit damit, Gott anzubeten, sein Wort zu lesen und darüber nachzudenken. Der Gläubige schenkt Gott seine Aufmerksamkeit und ist bereit, ihm zu dienen.

Wenn wir dem Herrn auf diese Weise unsere Aufmerksamkeit schenken und ihm dienen wollen, wird er uns leiten, und wir werden keineswegs das Gefühl haben, ihn anschieben zu müssen.

Wann hast du das letzte Mal so vor dem Herrn gestanden, wie ein Kellner in einem Restaurant? Das bedeutet, Gott zu fragen, was er für dich will, und aufmerksam zu sein, wenn er dir zeigt, wie du etwas tun kannst das seinem Willen entspricht, und ihm Freude bereitet. Es gibt keinen besseren Weg, Gottes Kraft zu erlangen. Denk daran: Doch die, die auf den HERRN warten, gewinnen neue Kraft. Sie schwingen sich nach oben wie die Adler. Sie laufen schnell, ohne zu ermüden. Sie gehen und werden nicht matt. (Jesaja 40,31). 

Vertraue auf den Herrn und lass dich heute von den Flügeln seines Geistes tragen!

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