Der Diener aller

by | Aug. 24, 2025 | Blog, Wöchentliche Andacht

Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, so sei er von allen der Letzte und aller Diener! (Markus 9,35)

Markus hielt sorgfältig fest, dass Jesus dies sagte, nachdem und er sich setzte. Das war wichtig, weil Jesus damit zeigte, dass er lehren würde. Es war damals üblich, dass ein Rabbi sich hinsetzte, wenn er lehrte – insbesondere, wenn er etwas Wichtiges zu sagen hatte –, während seine Zuhörer standen. Das war seine Art zu sagen: „Das ist wichtig.“

Der Diener aller

Die Frage um die es hier (Mark 9,34) ging war, “Wer ist der Größte?” Dies schien eines der Lieblingsthemen der Jünger zu sein. Jesus hätte die Frage auch so beantworten können: „Hey Leute, vergesst nicht, dass ich der Größte bin.“ Aber Jesus stellte sich selbst nicht in den Mittelpunkt. Um zu zeigen, was Größe bedeutet, stellte Jesus den Letzten und den Diener in den Vordergrund.

Natürlich ist Jesus der Größte im Reich Gottes – niemand ist größer als er! Als er also von „dem Letzten“ und „dem Diener“ sprach, beschrieb er damit eigentlich sich selbst und teilte uns damit ganz viel über sich selbst mit. Christus war wahrhaftig der Erste im ganzen Universum, doch Jesus machte sich selbst um unseretwillen zum Letzten von allen und zum Diener aller.

Damit forderte Jesus seine Jünger auf, die Letzten von allen zu sein. Der Wunsch, gelobt zu werden und Anerkennung zu erlangen, sollte einem Nachfolger Jesu fremd sein. Jesus möchte, dass wir uns bewusst dafür entscheiden, die Letzten zu sein, dass wir anderen den Vortritt lassen und dass wir dies nicht nur tun, weil wir dazu gezwungen werden.

Jesus forderte uns auch dazu auf, Diener aller zu sein. Aus weltlicher Sicht erkennt man einen großen Menschen daran, wie viele Leute ihm dienen. Im alten China war es üblich, dass reiche Männer ihre Fingernägel so lang wachsen ließen, dass sie ihre Hände nicht mehr für einfache Aufgaben benutzen konnten. Das zeigte, dass sie nichts selbst machen mussten, weil immer ein Diener da war, der ihnen zur Seite stand. Die Welt mag das für großartig halten, aber Gott sieht das anders. Jesus erklärte, dass wahre Größe nicht daran gemessen wird, wie viele dir dienen, sondern daran, wie vielen du dienst. In den folgenden Versen verwendete Jesus ein Kind als Beispiel dafür, was es im Reich Gottes bedeutet, groß zu sein. In jener Zeit wurden Kinder eher als Eigentum und nicht als Individuen betrachtet. Es war selbstverständlich, dass sie gesehen, aber nicht gehört werden sollten. Jesus sagte, dass die Art und Weise, wie wir Menschen behandeln, die als Kinder angesehen werden, zeigt, wie wir ihn selbst behandeln würden.

Weil Jesus der Letzte von allen und der Diener aller und in gewisser Weise wie ein Kind ist, ehren und nehmen wir Jesus selbst auf, wenn wir ein Kind – oder jemanden, der wie Jesus ein Diener ist – ehren und aufnehmen.

Willst du der Größte sein? Es ist nicht schlecht, ehrgeizig zu sein, aber wir sollten ehrgeizig sein, wenn es darum geht, anderen zu dienen – nicht, um von ihnen bedient zu werden. Das ist der Weg den Jesus ging, der wahrhaftig der Größte im Reich Gottes war.

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