Die Scherflein der Witwe

by | Feb. 8, 2026 | Blog, Wöchentliche Andacht

Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein; und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle! Denn diese alle haben von ihrem Überfluss zu den Opfergaben für Gott beigetragen; sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besaß (Lukas 21,1-4)

Im Tempel fielen Jesus die vielen reichen Leute auf, die dort standen und viel Geld spendeten, vielleicht, um mit ihren Gaben die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein. Diese Witwe, deren Armut sich in ihrer Kleidung und ihrem Aussehen widerspiegelte, muss für den erschöpften Jesus, der gerade eine Flut von Fragen seiner Feinde über sich ergehen lassen musste, ein wahrer Lichtblick gewesen sein (Lukas 20).

Die Reichen spendeten großzügig, aber die arme Witwe legte nur zwei Scherflein in den Opferkasten. Das altgriechische Wort, das wir mit „Scherflein“ (lepton) übersetzen, bedeutet wörtlich „ein winziges Ding“. Wenn man alles zusammenrechnet, entsprechen zwei Scherflein1 % eines Denars – 1 % eines Tageslohns.

Aber sie gab zwei Scherflein nicht nur einen. Die Witwe hätte eine Münze für sich behalten können, und niemand hätte ihr das übel genommen. Eine Münze zu geben bedeutete, die Hälfte ihres gesamten Geldes zu geben. Stattdessen gab sie mit erstaunlicher Großzügigkeit, und Jesus bemerkte dies: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle!  Er bezog sich damit auf alle wohlhabenden Menschen, die vor ihr dort waren. Jesus sagte nicht, dass sie mehr gegeben habe als jeder einzelne von ihnen. Er sagte, sie gab mehr als alle anderen zusammen. Die anderen haben von ihrem Überfluss gegeben, aber sie hat aus ihrer Armut heraus etwas geopfert.

Das Prinzip, das Jesus hier vermittelt, zeigt uns, dass es vor Gott weniger auf den Betrag an sich ankommt, sondern vielmehr auf die Haltung, mit der wir geben. Gott will kein Geld, das widerwillig oder aus Schuldgefühl gegeben wird. Gott liebt den fröhlichen Geber.

Die Gabe der Witwe und die Bemerkung von Jesus dazu zeigen uns auch, dass der Wert einer Gabe davon abhängt, was sie für den Geber selbst bedeutet. Das machte die Gabe der Witwe so wertvoll. David weigerte sich, Gott etwas zu geben, das ihn nichts gekostet hätte. (2. Samuel 24,24).

Das Prinzip, das Jesus hier vermittelt, zeigt uns, dass Gott unser Geld nicht braucht. Wenn Gott unser Geld bräuchte, wäre die Höhe unserer Spenden wichtiger als unsere Einstellung, mit der wir spenden. Stattdessen ist es unser Privileg, ihm zu geben, und wir sollten spenden, weil es gut für uns ist, und nicht, weil es gut für Gott ist.

Die Witwe stellte die Denkweise „Ich werde geben, wenn ich mehr habe“ in Frage. Die Witwe hatte praktisch nichts, dennoch gab sie großzügig. Das bedeutet, dass wir alle Gott mit unseren Gaben genauso erfreuen können, wie der reichste Mensch es tut, wenn er etwas gibt. Was auch immer wir Gott opfern, Er sieht es und freut sich darüber.

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