Ein Gebetshaus

by | Feb. 1, 2026 | Blog, Wöchentliche Andacht

Und er ging in den Tempel hinein und fing an, die Verkäufer und Käufer darin hinauszutreiben, und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: »Mein Haus ist ein Gebetshaus«. Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! (Lukas 19,45-46)

An dem Montag, bevor Jesus gekreuzigt wurde, ging er in den Tempel – aber nicht in das eigentliche Tempelgebäude, in dem sich der heilige Ort und das Allerheiligste befanden. Hier wird, wie so oft in den Evangelien, der Begriff „Tempel“ verwendet, um den gesamten Tempelkomplex zu beschreiben, einschließlich des Tempelhofs, des Hofs für die Frauen und des Hofs für die Heiden.

An den äußeren Höfen des Temple-Geländes – diese wurden als Hof der Heiden bezeichnet, weil sie nur bis dahin gehen durften, – fing Jesus an, die Verkäufer und Käufer darin hinauszutreiben. Es gab Händler, die Opfertiere verkauften, die von den Priestern als tauglich befunden worden waren, und Geldwechsler, die Geld für Spenden im Tempel wechselten, das ebenfalls als tauglich befunden worden war. Jesus verbot ihnen das und vertrieb sie aus dem Tempel.

Ein Grund dafür war, dass sie Preise verlangten, die weit über das hinausgingen, was fair oder angemessen war. Laut William Barclay konnten die Preise im Tempel bis zu 20-mal höher sein als außerhalb des Tempels. Das ist schlimmer als die Lebensmittelpreise an modernen Flughäfen oder in Vergnügungsparks!

Doch der Zorn Jesu richtete sich sowohl gegen die Käufer als auch gegen die Verkäufer Auch wenn die Verantwortung eher den Verkäufern zuzuschreiben war, haben die Käufer ebenfalls dazu beigetragen, dass der Tempel Gottes zu einem Ort des Feilschens, des Handelns und betrügerischer Geschäftspraktiken gemacht wurde.

Jesus hatte zu Beginn seines Wirkens etwas Ähnliches getan (Johannes 2,13-22). Allerdings hatte man etwa drei Jahre zuvor nichts daraus gelernt, und die Händler und Käufer im Tempelhof nahmen ihre Geschäfte nach wenigen Tagen wieder auf.

Aber was Jesus tat, war nicht umsonst. Er machte ganz Israel klar, dass Gottes Haus ein Gebetshaus war: Diese Händler und Geldwechsler betrieben ihre Geschäfte im Vorhof, dem einzigen Bereich, in dem Nichtjuden beten durften. So wurde dieser Ort des Gebets zu einem Marktplatz, und zwar zu einem, auf dem unehrliche Geschäfte abgewickelt wurden (eine Räuberhöhle).

In dem Bericht von Markus wird das Zitat Jesu vollständiger wiedergegeben: Steht nicht geschrieben, “ Mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden?” (Markus 11,17). Der Punkt war, dass der Tempel ein Ort sein sollte, an dem alle Völker beten können. Das Treiben der Verkäufer und Käufer machte es für jeden suchenden Nichtjuden unmöglich, dort zu beten.

Hier ist eine praktische Anwendung dessen, was Jesus getan hat. Wenn wir zum Gottesdienst kommen, um Gott zu preisen, sein Wort zu empfangen und uns mit seinem Volk zu versammeln, müssen wir darauf achten, dass wir denen, die Gott suchen, niemals unnötige Hindernisse in den Weg legen. Möge Jesus alles aus dem Weg räumen, was unsere Gotteshäuser daran hindert, Häuser des Gebets für alle zu sein, die ihn suchen.

Klick hier, um Davids Kommentar zu Lukas 19 zu lesen

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