Nur Blätter und keine Früchte

by | Sep. 7, 2025 | Blog, Wöchentliche Andacht

Und als er von fern einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas daran finden würde. Und als er zu ihm kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen. Und Jesus begann und sprach zu ihm: Es esse in Ewigkeit niemand mehr eine Frucht von dir! Und seine Jünger hörten es. (Markus 11,13-14)

Es war der Dienstag, bevor Jesus gekreuzigt wurde. Der Erlöser und seine Jünger hielten sich in einem Dorf namens Bethanien auf, das gar nicht weit von Jerusalem entfernt war. An diesem Dienstagmorgen gingen Jesus und seine Jünger von Bethanien aus über den Ölberg zum Tempelberg. Jesus verbrachte einen Großteil des Tages dort, lehrte die Volksmenge und diskutierte mit den religiösen Anführern.

Nur Blätter und keine Früchte

Irgendwo auf diesem Weg sah er einen Feigenbaum, der Blätter hatte. Er war hungrig und freute sich auf ein oder zwei Feigen. Doch als Jesus zu dem Baum kam, fand er nichts als Blätter. Normalerweise ist dies bei dieser Art von Feigenbäumen nicht der Fall, denn sie haben normalerweise nur dann Blätter, wenn sie auch Feigen tragen.

Das Problem war nicht, dass es keine Feigen gab – Markus sagt uns, dass es nicht die Zeit der Feigen war. Das eigentliche Problem war, dass es Blätter aber keine Feigen gab. Im Grunde genommen war der Baum ein Beispiel für falsche Versprechen: Der Baum hatte Blätter, aber keine Feigen. Die Blätter verkündeten: „Hier gibt es Feigen“, aber es gab keine Feigen.

Auf seinem Weg von Bethanien zum Tempelberg kam Jesus vermutlich an vielen Bäumen vorbei. Es gab andere Bäume, die nur Blätter trugen, und diese wurden nicht verflucht. Es gab einige Bäume, die weder Blätter noch Früchte trugen, und diese wurden ebenfalls nicht verflucht. Dieser Feigenbaum wurde verflucht, weil er versprach, Früchte zu tragen, es aber nicht tat.

Jesus verurteilte und verfluchte den Feigenbaum und sagte: Es esse in Ewigkeit niemand mehr eine Frucht von dir!Der Baum wurde verflucht, weil er nur Blätter hatte, und nicht, weil er keine Früchte trug. Auch Israel hatte in den der Zeit, in der Jesus auf der Erde wirkte, nur den Anschein, aber keine Früchte. Mit diesem Bild sagte Jesus Israel – und auch uns – dass es Gott nicht gefällt, wenn wir nur so aussehen, als würden wir Früchte tragen, aber es nicht tun. Gott ist nicht zufrieden, wenn sein Volk nur Blätter und keine Früchte hat.

Bei all den Taten die Jesus in Seinem Dienst vollbracht hat war dies das einzige Wunder, das direkt zerstörerisch war. Das Alte Testament ist voller Wunder der Zerstörung und des Gerichts, aber es hat uns etwas Besonderes über Gottes Charakter gezeigt. Wenn dies das einzige Wunder dieser Art im Neuen Testament war, müssen wir erkennen, dass sich darin eine große und wichtige Lektion befindet. Gott billigt es nicht, wenn es Bekenntnisse gibt, denen keine Taten folgen, wenn es Worte gibt, die nichts bewirken, wenn es ein Bild gibt, das nicht der Realität entspricht.

In der heutigen Zeit ist es für jeden Jünger Jesu wichtig, niemals so zu tun, als wäre er etwas, was er nicht ist. Gerade in den sozialen Medien ist es leicht, ein Bild von sich zu vermitteln, dem man nicht entspricht.

Hüte dich davor, Blätter ohne Früchte zu präsentieren.

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